Kaffee-Konsum macht nicht wach, oder? In einer Studie mit Vieltrinkern des braunen Luxusgetränks wurde festgestellt: Vieltrinker fühlen sich nicht munterer als Abstinenzler.
Britische Forscher der University of Bristol veröffentlichten gemeinsam mit ihren wissenschaftlichen Kollegen der Universitäten Münster und Würzburg dieses überraschende Studienergebnis in ihrer Studie "Association of the Anxiogenic and Alerting Effects of Caffeine with ADORA2A and ADORA1 Polymorphisms and Habitual Level of Caffeine Consumption", die in der Zeitschrift "Neuropsychopharmacology".
Koffein ist dabei ein Antagonist zu dem körpereigenen Molekül Adenosin, das im menschlichen Gehirn schlafinduzierend auf die Weck- sowie Wachzentren wirkt. Durch die Hemmung dieser Rezeptoren in den Weck- und Wachzentren des Gehirns wirkt Koffein schlafunterdrückend. Regelmäßiger Kaffeekonsum führe allerdings dazu, dass der Konsument eine Toleranz entwickelt.
Es wirkt wie ein schlechter Witz: Jemand dreht einen Werbespot, in dem eine Sekretärin sich vor einem Kaffeefilter ekelt und ihn im Mülleimer entsorgt. Daraufhin verklagt ein Filterhersteller den Filmproduzenten, weil er die Zubereitung von Filterkaffee auf einen "ekelerregenden", "dreckigen", "langwierigen", "mühsamen" und "teuren" Vorgang reduziere und eher die Zubereitung des koffeinhaltigen Volksgetränks in Kaffeevollautomaten favorisiert.
Um hier nicht falsch verstanden zu werden: Das Erschreckende ist doch nicht, dass jemand Filtertüten schlimm findet (auch wenn es Konzerne gibt, die von deren Herstellung ganz gut leben). Das Erschreckende dabei ist der Umgang mit der Meinungsfreiheit. Hier wird kein Behinderter diskriminiert, hier werden keine stereotypen Rollen einseitig durchgespielt (wenn überhaupt, dann können sich Sekretärinnen über die immer gleiche Darstellung als Kaffeekocherinnen beschweren). Hier macht einzig und allein ein Konzern einen auf Humorlosigkeit und schickt neun (in Zahlen: 9) Anwälte los, um eine juristische Schlacht zu schlagen und zu verhindern, dass jemand öffentlich kundtut, dass er/sie Kaffeefilter nicht toll findet.
Hätten wir eine faule Tomate, würden wir hier gleich schmeißen. Ach ja. Einen Link für den Filterhersteller mit dem Alte-Tanten-Namen gibt's nicht. Dafür einen anderen:
Da musste ich mir doch erst einmal einen Kaffee gönnen: Schon wieder so ein dämlicher Contest. Diesmal Objekt des Wettstreits: Das Volksphone. Obwohl ich diesen Begriff durchaus nachvollziehen kann, weil Telefonieren nun mal so eine Allerweltssache ist, kann ich die Verbindung von Volksphone zu iPhone kaum herstellen. Sollte das iPhone nicht etwas für die gehobenere Klasse sein? Aber wahrscheinlich bin ich da etwas außen vor, denn ich kann mich kaum für das Ding erwärmen (schon den iPod habe ich weiterverschenkt). Usability? Vergiss es! Ach ja, und die Sache mit Volk im Volksphone, da fällt mir nur Horaz dazu ein: Odi profanum volgus et arceo!